Wächter des Nonstals…

CASTEL THUN-VAL DI NON-TRENTINO-ITALIEN (7)Schon bei der Anreise durch das Val di Non sieht man das Castel Thun aus weiter Entfernung, hoch oben über dem Tal thronend und den Angreifern trotzend. Ein wahrlich stark befestigtes Burgschloss, das im Laufe der Geschichte wehrtechnisch den Bedrohungen der damaligen Zeiten in verschiedenen Bauphasen angepasst wurde. Letztlich wurden zwei Festungsringe um das Schloss errichtet, um es vor Angreifern zu schützen und um Platz für Verteidiger, Waffen und Munition zu schaffen. Von den Festungswällen bieten sich majestätische Rundumblicke über das gesamte Tal und man kann nachvollziehen, welche wichtige strategische Lage dieses Schloss zur damaligen Zeit besaß.

CASTEL THUN-VAL DI NON-TRENTINO-ITALIEN (1)Als Symbol eines der mächtigsten Trentiner Geschlechter beherrscht die Burg das Val di Non. Das komplexe Befestigungssystem setzt sich aus Wachtürmen. Bollwerk, runden Bastionen, dem Burggraben und Wehrgängen zusammen. Die Burganlage verbindet den schönen und von weitläufigen Gärten umgebenen herrschaftlichen Palast mit dem komplexen Befestigungssystem. Der heute noch vorhandene Gebäudebestand ist das Ergebnis diverser aufeinander folgender Entwicklungsphasen und gehört damit zu den interessantesten Beispielen der Schlösserarchitektur. CASTEL THUN-VAL DI NON-TRENTINO-ITALIEN (19)Die Burg wurde Mitte des 13.Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut und war Sitz der Familie von Thun. Zum Ende des Mittelalters war die Familie weit verzweigt, reich und eine der einflussreichsten in Mitteleuropa. Sie besaß im Trentino und insbesondere im Nonstal ein strategisches Netzwerk aus Schlössern und Festungsanlagen, unter denen das Schloss Thun der wichtigste Standort war und das umliegende Tal von seinem privilegierten Standort aus beherrschte. CASTEL THUN-VAL DI NON-TRENTINO-ITALIEN (37)Nach dem Tod des letzten Bewohners der Thun erwarb die Provinzverwaltung Trient dieses Baudenkmal mit seinen Schätzen. Castel Thun stellt heute ein bedeutendes Zeugnis für die Historie des Fürstbistums dar. Hier starb im Jahre 1800 Pietro Vigilio Thun, der letzte Fürstbischof der Jahrhunderte währenden Geschichte des Fürstbistums von Trient. Die Schlossburg ist ein ebenso großartiges wie seltenes Beispiel einer fürstlichen Residenz, in der noch Originaleinrichtungen, eine reich ausgestattete Gemäldegalerie, Bibliotheken, Archive und wertvolle Kunstsammlungen erhalten geblieben sind. CASTEL THUN-VAL DI NON-TRENTINO-ITALIEN (33)Von großem Vorteil ist die Tatsache, dass Castel Thun niemals unbewohnt war, sondern über alle Zeiten hinweg als eingerichteter Wohnsitz erhalten geblieben ist, sozusagen ein Spiegel des Geschmacks der Familie, aber auch des Komforts und der Ansprüche der Vertreter einer wohlhabenden Dynastie. Die Stile der Epochen von Renaissance, 18.Jahrhundert, Empire und Biedermeier vermischen sich in den Räumlichkeiten des Schlosses. CASTEL THUN-VAL DI NON-TRENTINO-ITALIEN (24)Unter den zahlreichen Sälen, sind der Bischofsraum, der komplett mit Zimberholz ausgekleidet ist und vom Prinzbischof Sigismund Alfons von Thun bewohnt wurde und das Kaminzimmer, das durch einen eindrucksvollen Kamin im Renaissance-Stil charakterisiert wird, besonders bemerkenswert. Das Totenzimmer trägt noch immer an seinen geschwärzten Wänden die Spuren des Rauches der Kerzen, die während der Totenwachen angezündet wurden. Die Kapelle der Burg, welche dem Heiligen Georg geweiht ist, bewahrt einen interessanten Freskenzyklus deutscher Schule, der aus der zweiten Hälfte des 15.Jahrhunderts stammt.

Ein überaus aussagekräftiger Ort der Geschichte, der einen Besuch lohnt und bei einem Trentino-Aufenthalt nicht fehlen sollte.

www.visittrentino.it

Besuch am 18.04.2015

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