Orient meets Occident…

Seit mehr als 3000 Jahren existieren Hamams und stellen damit die älteste SPA-Kultur überhaupt dar. Der Hamam, ein von der lauten und hektischen Außenwelt abgeschirmter Ort der Reinigung, wohltuender Wärme, Massagen und Peelings im Seifenschaum. Ein Treffpunkt, um Freunde zu treffen, aber auch zufällige Bekanntschaften zu machen. Bei aller Tradition und allen positiven Merkmalen dieser Hamam-Kultur fragt man sich hierzulande, weshalb man diese Einrichtung so gut wie gar nicht in namhaften Wellness-Hotels vorfindet. Schließlich ist der klassische Hamam die Quintessenz eines SPA schlechthin.

In der Tat verlangt ein authentischer Hamam einen großen Aufwand: Die zu verwendenden Materialien und deren fachgerechte Verarbeitung sind kostenintensiv, es werden entsprechend geeignete Räumlichkeiten und viele Quadratmeter benötigt und schließlich darf man nicht vergessen, dass möglichst Fachpersonal aus der Türkei oder zumindest versiertes Personal mit entsprechender Ausbildung vorhanden sein sollte. Bei all dem Aufwand muss man berücksichtigen, dass hierzulande der Hamam maximal von jeweils zwei Personen gebucht wird und kein öffentlicher Betrieb ist.

Letztendlich zählt, dass man es wollen muss und dass man es richtig machen will. Dietmar Mueller-Elmau wollte das für sein Schloss Elmau Luxury SPA Retreat & Cultural Hideaway und hat zusammen mit dem türkischen Hamam-Architekten Ahmet Igdirligil ein Hamam wie aus 1001 Nacht entworfen. Drei große Kuppelräume mit beheizten Nabelsteinen, vier Behandlungsräume, zwei Dampfbäder sowie eine Diwan Lounge und eine Ruhezone im großen Kuppelgang mit bequemen Designer-Chaiselongues von Lambert vermitteln dem Gast ein authentisches Orient-Wohlgefühl.

Anstelle des eher kühlen türkischen Marmors wurde der für Schloss Elmau typische, 220 Millionen Jahre alte, eher warme, gebürstete oder matt polierte Jura aus Solnhofen verwendet. Die Architektur bietet hier eine vollkommene Bühne für die wohltuenden Behandlungen, die man einzeln oder als Duo buchen kann. Dieser Bereich im Untergeschoss des Badehauses ist eine abgeschlossene Welt für sich, wie eben auch beispielsweise die öffentlichen Einrichtungen in der Türkei. Man wird eingelassen, freundlich empfangen und kann sich dann in der Ruhezone mit orientalischem Ambiente in bequemen Designermöbeln auf seine Anwendung einstimmen.

Buchbar sind im Hamam fünf verschieden Anwendungsarten von unterschiedlicher Dauer und mit abweichenden Bestandteilen. Entscheidet man sich für die Variante Hamam Pur, wird man vom Personal nach dem Begrüßungstee abgeholt, nachdem man sich vorher in den Umkleidegemächern das typische, rot-weiß-karierte Baumwolltuch um die Hüften gebunden hat. Zunächst steht ein kurzes Dampfbad mit anschließendem Duschen als Reinigung des Körpers an, bevor man sich dann auf dem warmen Steinpodest ausstrecken kann. Das nasse Baumwolltuch sorgt dafür, dass der Körper weder überhitzt noch unterkühlt wird. Bei 50-65% Luftfeuchtigkeit und der Wärme des Steins bemerkt man sehr schnell, wie sich die gesamte Muskulatur entspannt.

Die Poren der Haut öffnen sich und man ist bereit für die Arbeit des Hamam-Meisters, der sich nun daran macht, mittels eines Spezial-Handschuhs die abgestorbenen Hautpartikel zu entfernen. Dieses Peeling sorgt für eine bessere Hautatmung und regt gleichzeitig den Stoffwechsel an. Recht spektakulär erscheint einem das traditionelle Ritual des Hamam-Meisters, wenn man ihn dabei beobachtet, wie er einen kleinen Sack aus Leinen in eine Lauge aus Kernseife taucht, hinein pustet, um ihn aufzublasen und ihn dann auszudrücken, bis große Schaumflocken auf den Körper des Gastes fallen. Im Hamam des Schloss Elmau-Badehauses hat der Gast den großen Vorteil, dass er sich in höchst professionelle Hände begibt, wenn er diese Anwendung bucht, denn Sadik ist ein erfahrener türkischer Hamam-Meister und begeistert seine Gäste seit elf Jahren an diesem Ort.

Der Vorgang des Einseifens wiederholt sich viele Male, wobei der Körper immer wieder gewaschen, geknetet und gedehnt wird. Zwischenzeitlich wird die Seife mit Wasser abgespült, bevor der nächste Vorgang beginnt. Die einzige Abwandlung zum originalen Hamam-Ritual besteht darin, dass hier das Wasser kühl, aber von moderater Temperatur, verwendet wird und nicht wie in der Türkei oder Marokko, wo die Wassergüsse traditionell sehr kalt sind. Nach der Ganzkörperschaumbehandlung folgt bei dieser Anwendung eine ausgiebige und klassische Ganzkörper-Massage mit Seifenschaum und man merkt spätestens jetzt, dass man sich total entspannt und keinen Gedanken an die Welt da draußen verschwendet.

Die traditionelle Haarwaschung läutet das Ende der herrlichen Hamam-Erfahrung ein und mit der Kolonya-Einreibung, dem duftenden türkischen Zitronenwasser, bekommt man noch einen Frische-Kick mit auf den Weg in die Diwan-Lounge, wo der Gast dann vom Personal noch mit Tee und orientalischen Süßigkeiten verwöhnt wird. Die Fürsorglichkeit des Personals, auch durch mehrfaches Nachfragen nach dem Wohlbefinden während der Anwendung, fällt besonders positiv auf und die Professionalität verlockt zu einem nächsten Besuch.

Der Hamam im Schloss Elmau Luxury SPA Retreat & Cultural Hideaway ist ein signifikantes Beispiel für das Bestreben des Hauses, seinen Gästen auf internationalem Spitzenniveau Wellness-Erlebnisse zu bieten, von denen man noch lange schwärmt…

www.schloss-elmau.de     Anwendung am 18.07.2018

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