Top-Sightseeing-Spot in Kalmar…

Schloss Kalmar ist wohl die populärste Sehenswürdigkeit von Kalmar in der Region Småland. Kein anderes Bauwerk hat für die Stadt geschichtlich   eine größere Bedeutung, denn hier wurden auch Entscheidungen über das Schicksal Schwedens getroffen. Im Jahr 1397 wurde hier die Kalmarer Union besiegelt, ein Bündnis Schwedens, Norwegens und Dänemarks, das bis 1523 Bestand hatte. Erneut kam es danach zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die dann nach dem Frieden von Roskilde 1658 ein Ende fanden. Schweden bekam dabei Teile Dänemarks zugesprochen, wodurch Kalmar dann nicht mehr Grenzstadt war und seine strategische Position einbüßte.

Somit verlor auch das Schloss Kalmar an Bedeutung und wurde in der Folgezeit als Gefängnis, Getreidespeicher und als königliche Schnapsbrennerei genutzt. Nachdem das Schloss 22 Belagerungen widerstanden hatte und in seiner Geschichte niemals erstürmt wurde, verfiel es zusehends und sollte schon abgerissen werden. In den 1850er Jahren begann man mit den Rekonstruktionsarbeiten, die jedoch durch Kriegsereignisse und deren wirtschaftlichen Folgen nach dem 2.Weltkrieg niemals vollendet wurden. Die äußeren Arbeiten konnten zwar durchgeführt werden, aber im Inneren warten noch zahlreiche Räumlichkeiten auf ihre Wiederherstellung.

Ursprünglich wurde die einstige Burg zum Schutz gegen die Angriffe von Seeräubern und anderen Angreifern von der Seeseite errichtet. Nach seiner dänischen Gefangenschaft fand Gustav Wasa hier seinen neuen Aufenthaltsort und er sowie die nachfolgenden Generationen erweiterten die Anlage erheblich. Beim Ausbau des Schlosses wurden ausländische Architekten und Künstler beauftragt, die sich mit ihren Ideen sichtbar verewigten. Heute gehört Schloss Kalmar zu den besterhaltenen Renaissance-Schlössern Nordeuropas und thront majestätisch auf einer Halbinsel in der Ostsee.

Von vielen Punkten der Stadt blickt man auf das eindrucksvolle Bauwerk und bietet so einen zusätzlichen Anreiz für die Besucher. Im Inneren des Schlosses erzählen verschiedene Dauerausstellungen die 800jährige Geschichte des Kalmarer Schlosses und wie es im Laufe der Jahrhunderte entstand. Gleichzeitig wird dem Besucher ein Eindruck verschafft, wie man dort wohnte und lebte. Neben rekonstruierten Wohn-, Schlaf- und Festräumen ist auch eine Festtafel des Ostermahls von Johann III. aus dem Jahr 1586 aufgebaut. Nach Aufzeichnungen und erhaltenen Einkaufslisten bzw. Menüs aus dem 16.Jahrhundert konnte eine detaillierte Nachbildung dieser Tafel erstellt werden, die veranschaulicht, wie feudal ihre Herrschaften tafelten. Neben den prunkvollen Gemächern  ist auch das ehemalige und eher triste Frauengefängnis zu besichtigen. Interaktive Informationssäulen bieten reichhaltige Auskünfte in Ergänzung zu den ausgestellten Exponaten und animieren zur intensiven und kurzweiligen Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Neben den Dauerausstellungen dienen temporäre Ausstellungen von Weltrang zur Steigerung der Attraktivität dieser Sehenswürdigkeit Kalmars. Er kürzlich gelang es, die internationale Wanderausstellung ´Van Gogh Alive´ hierher zu holen und für einen Publikumsmagneten zu sorgen. Selbstbildnisse, Landschaftsmalereien und Blumenmotive des holländischen Malers werden auf mehrere raumhohe Leinwände nach programmiertem Zeitplan projiziert und bieten ein ganz besonderes ´Van Gogh Alive´- Erlebnis.

Die Kapelle des Schlosses gehört zu den beliebtesten Hochzeitskirchen in Schweden und auch für die Hochzeitsfeierlichkeiten sind die geeigneten Räumlichkeiten vorhanden. Das Schloss ist nicht nur Anlaufpunkt für die internationalen Touristen, sondern ist auch ein beliebter Treffpunkt für Feinschmecker aus der Region. Die Schlosswirte Tomas und Charlotta bieten im Schlossrestaurant eine regionale Küche auf hohem Niveau, die den Besucher an dieser Stelle positiv überrascht, weil unerwartet. So hat ein Besuch des Kalmarer Schlosses nicht nur eine besondere kulturelle, sondern auch kulinarische Qualität.

                                                          Besuch am 20.10.2019

www.kalmarslott.se