Alles Feine für die Küche…

Das kobaltblaue Zepter auf dem Porzellan schmückt seit mehr als zweieinhalb Jahrhunderten Adelshäuser und ist bei diplomatischen Aufwartungen sehr begehrt. Eine wechselhafte Firmengeschichte und schwankende wirtschaftliche Erfolge haben der Manufaktur nichts anhaben können. Seit der vollständigen Privatisierung befindet sich das Unternehmen auf Erfolgskurs und vereint vorbildlich Tradition und Moderne unter seinem Dach. Produziert wird bis heute ausschließlich auf dem historischen Manufakturgelände in der Wegelystraße 1 am Berliner Tiergarten und mit den unter Denkmalschutz stehenden Fabrikgebäuden ist es der älteste noch produzierende Handwerksbetrieb Berlins.Dort entstehen die außergewöhnlichen Produkte, die in Königshäusern und Residenzen der führenden Vertreter aus Kunst, Politik und Wirtschaft zu finden sind. KPM-BERLIN (55)Sie werden weltweit von Liebhabern und Sammlern geschätzt und begehrt, für die Wertbeständigkeit, höchste Handwerkskunst, zeitloses Design und Qualität Ausdruck ihres Lebensstils sind. Rund 170 Mitarbeiter schöpfen heute aus einem Vorrat von 150.000 Arbeitsformen und setzen ihr über Generationen weiter gegebenes Wissen und Talent zur handwerklichen Herstellung ein. Deutschlandweit betreibt die Berliner Manufaktur sechs eigene Verkaufsgalerien und arbeitet auf nationaler und internationaler Ebene mit ausgewählten Handelspartnern zusammen.

KPM-BERLIN (9)Auf dem Quartiergelände am Tiergarten kann man alles Wissenswerte über die Historie und die Fertigung der begehrten Stücke erfahren und hier befindet sich auch eine umfangreiche Verkaufsausstellung, die dem Besucher einen umfassenden Überblick über das Lieferprogramm der KPM verschafft. Seit ihrer Gründung kooperiert die Manufaktur regelmäßig mit bedeutenden Künstlern der jeweiligen Epoche. Persönlichkeiten wie z.B. Karl Friedrich Schinkel, Gerhard Marcks, Trude Petri und Enzo Mari entwarfen bereits Porzellane für die Marke mit dem kobaltblauen Zepter. Über die Jahrhunderte wurden in der Berliner Manufaktur zahlreiche Service gefertigt, welche die Formensprache und Dekorationstechniken der entsprechenden Epoche widerspiegeln. KPM-BERLIN (11)Beim Begehen der Verkaufsausstellung fällt dem Besucher unweigerlich die Zeitlosigkeit der Ausstellungsstücke auf und wenn man vor den Regalen mit den Klassikern unter den Tafelservicen steht, käme niemand ohne entsprechendes Vorwissen auf die Idee, dass z.B. das Service Kurland bereits im Jahr 1790 entworfen wurde oder schon gar nicht das zeitlos erscheinende Design von Trude Petris 1931 entworfenem Service Urbino, wofür die Gestalterin auf der Pariser Weltausstellung mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde. Neue Wege geht die KPM auch mit Enzo Mari, einem leidenschaftlichen Visionär des italienischen Designs, dem auch die Ausstellung `Who is Mari? Enzo Mari und die Meisterwerkstatt der KPM`in der großen Ofenhalle auf dem Firmengelände gewidmet ist. Unter dem Einfluss des Mailänder Designers verwandelte sich die traditionsreiche Berliner Manufaktur Mitte der neunziger Jahre in eine Experimentierwerkstatt. Es ging dabei um nicht weniger als die KPM Berlin auf die Anforderungen des 21.Jahrhunderts vorzubereiten und international neu zu positionieren.

KPM-BERLIN-15Dass dies hervorragend gelungen ist, davon zeugt die Verkaufsausstellung in der Manufaktur. Der Bogen wird von der Klassik bis zur Neuzeit anschaulich und ansprechend gespannt und dabei verwischt sich vieles bei der Einschätzung, denn die Zeitlosigkeit im Design lässt manchen Beobachter an dem Entstehungsdatum zweifeln. Hier kann der interessierte Besucher sich selbst ein Bild davon machen, welches Service oder welche der zahlreichen Schmuckvasen am besten in seine wohnliche Umgebung passen oder als Geschenk geeignet wären. Viele Dekorationsstücke in modernem Design bieten sich hier zur optischen Verschönerung der Wohnräume an und lassen die Auswahl schwer fallen. Auch die aktuellen Kooperationen der KPM mit der italienischen Luxusmarke Bottega Veneta zeigen bereits Ergebnisse in einem Tafelservice mit dem weltweit bekannten Flechtmuster, welches sicher den Weg in viele moderne Haushalte finden wird. Vielleicht ist auch die Entscheidung für das Espressogeschirr mit dem kobaltblauen Zepter der Einstieg in die edle Welt des Porzellans der KPM…

Besuch 24.07.2014

kpm-berlin.com

3 Shares