Kleinstadt mit Charme…

Wohl fast jeder Mallorca-Besucher hat wenigstens einmal die Kleinstadt Sóller und den dazu gehörenden Hafen Port de Sóller besucht, denn eine Fahrt mit dem Tren de Sóller auf der abenteuerlichen Route durch das Tramuntana-Gebirge gehört zum Standard-Besuchsprogramm der Insel. Dass dieser Ausflugspunkt seine absolute Berechtigung hat, stellt man bereits auf der Fahrt von der Inselhauptstadt Palma in Richtung Sóller fest, wenn sich hervorragende Ausblicke auf das Gebirgsmassiv rechts und links der Bahnstrecke eröffnen. Die Eisenbahnlinie ermöglichte nach ihrer Fertigstellung erstmals den schnelleren Zugang zum Rest der Insel, um hauptsächlich die um Sóller wachsenden Orangen zu transportieren, weshalb die Züge auch als Orangenexpress bezeichnet wurden. Heute sind es nicht mehr die Zitrusfrüchte, sondern Touristen, welche die historischen Züge gerne als Touristen-Attraktion nutzen und auf diesem Wege nach Sóller gelangen. Während der Anreise bemerkt man bereits, dass diese Kleinstadt sehr exponiert liegt, weil sie ringsherum von den hohen Bergen des Gebirgsmassivs vom Rest der Insel abgetrennt ist. Dafür liegt sie nur drei Kilometer vom Meer landeinwärts und verfügt über einen sehenswerten Hafen in einer natürlichen Bucht. Port de Sóller bietet zahlreiche Postkartenmotive wegen der Schönheit dieser Bucht und zieht die Besucher magisch an, nicht nur, um einen Tagesausflug dort hin zu unternehmen, sondern dort einen ganzen Urlaub zu verbringen. In der Hauptsache sind es jedoch Tagesgäste, welche nach ihrer Ankunft auf dem Bahnhof in Sóller auf die Museumsbahn Tranvia de Sóller, umsteigen und weiter in den Hafen fahren. Der Bahnhof beherbergt zwei sehenswerte kleine Museen, die den beiden Freunden Picasso und Miró gewidmet wurden, in denen Picasso-Keramiken und Werke von Miró zu besichtigen sind und den Wartenden die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges kurz werden lassen.

Unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude liegt das Zentrum dieser charmanten Kleinstadt und der Hauptplatz Placa Constitució ist nur wenige Meter entfernt. Man merkt sofort, dass hier das kommunikative Zentrum liegt und findet rings um den Platz zahlreiche Cafés und Restaurants mit vielen Außenplätzen. Jeden Samstag wird hier der Wochenmarkt abgehalten und dann scheint wirklich alles auf den Beinen zu sein. Vor den eindrucksvollen Fassaden der Pfarrkirche Sant Bartmeu und der Banco de Sóller tummeln sich dann Touristen und Einheimische, um zu staunen und einzukaufen. Immer wieder tönt das Signal der Straßenbahn, deren Route direkt über den Platz führt, ganz dicht vorbei an den Wohnhäusern, weiter in Richtung Hafen. Der Markt erstreckt sich auch auf manche Seitenstraßen und wenn man diese näher erkundet, registriert man eine Vielfalt von architektonischen Einflüssen, welche die wechselhafte Geschichte dieser Kleinstadt dokumentieren. Hauptsächlich wird das Stadtbild von den Patrizierhäusern des 17. und 18. Jahrhunderts geprägt. Man findet alte Fassaden aus dem inseltypischen Marès, im Kolonialstil erbaute Häuser mit an Neobarock und Klassizismus angelehnten Fronten und wunderbare Jugendstil-Villen, wie das Museum Can Prunera. Kleinstadtidylle pur in vielen Gassen der Altstadt und immer wieder zwischendurch ein Blick auf das umschließende Bergmassiv. Die Kombination mit dem Hafen und seiner autofreien Hafenpromenade, die sich fast um die gesamte Bucht erstreckt und viel gastronomische Abwechslung bietet, macht den Reiz aus. Wem es in dem Städtchen mit den engen Gassen zu beklemmend wird, nutzt die Weite der Bucht und den Strand für die Erfrischung an heißen Sommertagen. Hier ist alles etwas weitläufiger und eine leichte Brise vom Meer macht es erträglicher. Port de Sóller bietet zahlreiche Unterkünfte jeder Kategorie, denen oftmals die traumhafte Aussicht auf die Bucht zu dauerhaftem Umsatz verhilft. Viele haben sich in diesen Anblick verliebt und es gibt viele wiederkehrende Mallorca-Touristen, für die ein Urlaub auf der Insel ohne einen Besuch Sóllers und Port de Sóllers undenkbar wäre…

Aufenthalt vom 30.10-03.11.2014

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