Mobil ohne Pkw…

 Wer über das Wochenende oder für ein paar Tage einen Kurztrip nach Norditalien plant und wegen der vermeintlich fehlenden Mobilität vor Ort mit seinem Pkw fahren möchte, sollte sich alternativ die neuen Angebote der Deutschen Bahn ansehen. Immer mehr Kooperationen mit den Bahnen anderer Länder bieten neue Möglichkeiten, um grenzüberschreitend schnell und bequem an das Ziel zu gelangen. Die Zusammenarbeit der DB mit der Österreichischen Bahn bietet Verbindungen zu einigen interessanten Destinationen in Italien. Bozen, Trient, Rovereto, Verona, Bologna, Padua und Venedig sind ohne Umsteigen in kurzer Zeit erreichbar. Kein Nachdenken über die Mautgebühren, über einen Stau am Brenner, Bußgelder, hohe Benzinpreise oder fehlende Mobilität vor Ort. Das Mobilsein am Zielort ist inzwischen bei der Bahn in den Fokus gerückt, weil dies ein wesentliches Argument der Kunden bei der Wahl des jeweiligen Verkehrsmittels ist. In diesem Punkt hat sich inzwischen angesichts durchgeführter Marktanalysen viel getan, denn seit einiger Zeit hat auch ein Umdenken bei den Kunden stattgefunden. In Zeiten hoher Benzinpreise und steigendem Umweltbewusstsein wird eher nach Alternativlösungen zum Pkw gesucht und die Bahn kommt diesem Gedanken sehr entgegen. Ganz gezielt wird auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kundengruppen eingegangen: Wintersportler, die ihre Ausrüstung mit sich führen möchten, Mountainbiker, die mit dem eigenem Gefährt fremdes Terrain erfahren wollen und weniger aktive Touristen, denen allerdings die Mobilität am Zielort trotzdem wichtig ist. Für die Ausrüstungen der Wintersportler und der Mountainbiker sind spezielle Waggons im Einsatz, die über ein entsprechend abgeschlossenes Abteil verfügen, in denen eine fachgerechte Aufbewahrung während der Fahrt gewährleistet ist. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Tourismusbüros wurden verstärkt Modelle entwickelt, um den Bahnreisenden einen Besuch attraktiver zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise Guest Cards, welche der Reisende bei seiner Zimmerbuchung erhält, um dann bei der Anreise bereits flexibel sein zu können. Die Nutzung des öffentlichen Verkehrsnetzes ist damit ebenso kostenfrei wie das Benutzen von bereit stehenden Fahrrädern bzw. E-Bikes. Darüber hinaus sind kostenfreie oder vergünstigte Besuche von Museen, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen möglich. Ein gutes Beispiel für dieses Zusammenwirken im Interesse des Gastes bietet Trento, denn dort hat man sich recht schnell den neuen Reisebedürfnissen angepasst und erfolgreich umgesetzt. Wer mit dem EC 87 anreist, kommt in den Genuss der TRENTINOcard-Bahn Spezial, die ebenso die oben genannten Leistungen für sieben Tage beinhaltet.

In weniger als 4,5 Stunden erreicht man von München-Hauptbahnhof die norditalienische Stadt ohne Umsteigen. Der EC 87 startet um 11:38h in München und hält noch am Bahnhof München-Ost und in Rosenheim, um auf deutscher Seite Fahrgäste nach Österreich und Italien aufzunehmen. 20 Minuten später ist man bereits in Österreich, wo der Zug weitere Haltepunkte in Wörgl, Jenbach und Innsbruck hat. Während der Fahrt in den modernen Zügen der Österreichischen Bahn steht der Speisewagen bereit, um beim Essen und Trinken die Bergpanoramen vorbei ziehen zu lassen. Beim Betrachten der abenteuerlichen Autobahnbrücken-Konstruktionen durch das Zugfenster wird einem bewusst, wie bequem diese Alternative mit der Bahn sein kann. Die ÖBB hat die Versorgung im Speisewagen an ein externes Catering-Unternehmen abgegeben, was sich beim Angebot und bei der Qualität positiv auswirkt. Komfortable Sitzmöbel und ein umfangreiches Speisen-und Getränkeangebot verleiten zum längeren Aufenthalt im Speisewagen, wobei der Gast aus einem bunten Angebot an Frühstücksvariationen, Snacks, Hauptgerichten und Desserts wählen kann. Schön, dass zu bemerken ist in einem österreichischen Zug zu sitzen und die Speisen und Getränke dies auch vermitteln. So sind auf der mehrsprachigen Karte Käsekrainer und Topfennockerl, Almdudler, Ottakringer Helles und Schlumberger Sekt zu finden, was dem Reisenden angenehm auffällt. Erwähnenswert ist, dass sehr zeitgemäß die Produkte mit den entsprechenden Kennzeichnungen (vegetarisch, vegan, glutenfrei, laktosefrei) versehen sind. Das Angebot wird in deutscher, italienischer und ungarischer Sprache präsentiert, wie es im grenzüberschreitenden Verkehr auch sein sollte. Selbstverständlich gilt dies auch für das Zugpersonal, welches sich in den jeweiligen Landessprachen der Haltebahnhöfe verständigen kann und auch, wie bei diesen Bahnkooperationen üblich, jeweils zur Hälfte aus deutschen und österreichischen Mitarbeitern besteht.

Spätestens beim Erreichen des Haltepunktes am Brenner, wo man bereits italienisches Terrain erreicht hat, wundert man sich darüber, wie glatt und stressfrei die Fahrt durchs Gebirge im Gegensatz zur Autostrecke verläuft. Die nächsten Stationen Fortezza/Franzensfeste und Bressanone/Brixen bieten bereits gute Möglichkeiten, um nach Bruneck und in das Hochpustertal bzw. nach Klausen oder zur Seiser Alm weiter zu reisen. Ebenso von dem darauf folgenden Bahnhof Bolzano/Bozen erreicht man gut die Zielorte Meran, das Grödner-und Eggental, wie auch die Südtiroler Weinstraße. Um 16:02h fährt der EC 87 nach einer Fahrzeit von 4 Stunden 24 Minuten im Bahnhof von Trento ein. Hier ist man am idealen Ausgangspunkt im Herzen des Trentino angelangt und kann von hier die reizvollen Landschaften der Berge und Täler der Umgebung erkunden. Dazu eignen sich auch die Zugverbindungen der Trento-Male- und der Trento-Valsugana-Bahn, deren Routen beeindruckende Aussichten ermöglichen. Benvenuto!

Fahrten am 17.und 19.04.2015

www.visittrentino.it/bahnspezial
www.bahn.de/italien

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