Den Lebenden zur Mahnung…  

Zum Standardprogramm einer Leipzig – Städtereise gehört unbedingt der Besuch des Völkerschlacht – Denkmals, welches an die größte Schlacht bis zum 1. Weltkrieg in eindrucksvoller Weise erinnert. Als Höhepunkt der damaligen Befreiungskriege kam es an jener Stelle zur Entscheidung, in deren Verlauf die alliierten russischen, schwedischen österreichischen und preußischen Heere Napoleon und seine Verbündeten besiegten. Rund eine halbe Million Soldaten führten eine blutige Schlacht, an deren Ende mehr als 110.000 Gefallene und zahllose Verletzte zu beklagen waren.

Genau 100 Jahre später, am 18. Oktober 1913, wurde nach 15jähriger Bauzeit das noch immer monumentalste Denkmal Europas mit einer Höhe von 91 Metern eingeweiht und wenn man direkt vor und in diesem Denkmal steht, ist man förmlich erschlagen von der Monumentalität dieses Bauwerks. Zwangsläufig beginnt man über diese unglaublichen technischen und logistischen Aufwand nachzudenken, der dafür vor 200 Jahren betrieben worden sein muss. Ehrfürchtig blickt man zum steinernen Erzengel Michael hinauf, der den Eingang zum Denkmal bewacht und man verharrt in diesem Gefühl, wenn man die kolossalen Steinfiguren betrachtet, die das symbolische Grab der 110.000 Gefallenen aller beteiligten Nationen mit ernster Miene bewachen. Dieses Denkmal zeigt keine heroischen Sieger, sondern spiegelt die Sinnlosigkeit und das damit verbundene Leid des Krieges wider und ermahnt auch zukünftig eindrucksvoll zu Verständigung und Frieden unter den Völkern.

Rechtzeitig zum 100. Jahrestag der Einweihung des Denkmals und zum 200. Gedenktag an das Ende der Völkerschlacht wurde das gesamte Bauwerk saniert und es erstrahlt nun weit heller als noch vor einigen Jahren. Auch im Innenbereich sind noch Modernisierungsarbeiten im Gange, die jedoch keine Behinderung für die Besucher darstellen. Vom Fuß des Sockels bis zur Aussichtsplattform auf der Spitze führen 500 Stufen in größtenteils engen Wendeln nach oben. Allerdings gelangt man auch mit zwei Personenaufzügen bis zur mittleren Aussichtsplattform in 57 Metern Höhe. Gleichzeitig erhält man dort auch einen Blick hinab in die Krypta und ebenfalls zur Kuppeldecke der Halle, die insgesamt eine Innenhöhe von 68 Metern aufweist. Wer dann den Aufstieg mit dem weiten Blick über Leipzig krönen möchte, hat noch einige Stufen in engen Wendeln zu bewältigen. Das umliegende Gelände des Denkmals wird in den kommenden Jahren ebenfalls saniert, damit das Völkerschlacht – Denkmal auch weiterhin als touristischer Leckerbissen empfunden wird.

Direkt neben dem Denkmal kann man sich in einer Ausstellung näher mit den Fakten der damaligen Zeit vertraut machen und auf der gegenüberliegenden Seite erhält man auf Wunsch Audio-Guides, die den Besucher auf seiner Reise durch die Geschichte mit dem Wissenswerten versorgen.

Wer Interesse für diese Thematik zeigt, kann dieses vertiefen, indem er sich auf eine alljährliche Zeitreise begibt. Jeweils zum Jahrestag der Völkerschlacht treffen sich Tausende von Darstellern aus ganz Europa, um die Schlachten in Uniformen der napoleonischen Ära nachzustellen. Im Jahr des großen Doppel – Jubiläums werden am 20. Oktober über 6000 Darsteller die Oktobertage des Jahres 1813 in Markkleeberg wieder aufleben lassen.

Gleichzeitig ist ab 3. August 2013 im asisi Panometer Leipzig das weltgrößte 360 Grad – Panorama – Gemälde 1:1 unter dem Thema Leipzig 1813 – In den Wirren der Völkerschlacht als audio – visuelles Highlight erlebbar.

Besuch am 02.08.2013

 www.voelkerschlacht-jubilaeum.de