Weltkulturerbe in Avignon…

Eine beeindruckende Festung und zugleich prunkvoller Palast symbolisiert die weltliche und spirituelle Macht, die das Papsttum im Mittelalter besaß. Im 14. und 15. Jahrhundert residierten in Avignon insgesamt neun Päpste, nachdem ihr Sitz wegen Auseinandersetzungen mit Rom in die Stadt der Provence verlegt wurde. In dieser Zeit wuchs die Stadt, gelangte zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte und rückte in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Die historische Altstadt von Avignon und an erster Stelle der Papstpalast zeugen noch heute von dieser Blütezeit im Mittelalter. Zusammen mit der Kathedrale und der Pont St. Bénézet wurde der Papstpalast zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.

Auf einem Felsen erbaut und Avignon weit überragend, erhebt sich der Papstpalast über der Stadt. Vom Äußeren als wehrhafte Festung sichtbar, wie es die damalige kriegerische Zeit erforderte, verbirgt dieser weltweit größte gotische Palast prunkvolle Räume im Innern. Als touristischer Hauptanziehungspunkt der Stadt an der Rhône bietet der Papstpalast Einblicke in das Leben und die Lebensumstände der ehemals dort residierenden katholischen Oberhäupter. Bei einem Rundgang durch das in mehreren Phasen errichtete Bauwerk bemerkt man rasch, dass dieser Palast nicht mit dem Vatikan in Rom zu vergleichen ist. Im Mittelalter lebte man hier unter einfacheren, wenn auch für die Zeit feudalen Verhältnissen. Die Räumlichkeiten von riesigen Ausmaßen waren nicht beheizbar und die Fensteröffnungen waren maximal mit Wachstuch verkleidet, um Schutz vor der Witterung zu bieten. 25 Säle können heute besichtigt werden, darunter die großen Prunksäle, in denen Zeremonien und Festessen stattfanden. Die Dimensionen sind gewaltig und man bekommt einen Eindruck vom damaligen Leben in diesem Palast. Leider ist das Inventar in den Wirren der Französischen Revolution entfernt worden und auch die Nutzung als Kaserne nach dem Weggang des letzten Papstes aus Avignon hat den Kunstschätzen sehr geschadet. Es lohnt eine Führung, die dem Besucher die sonst verborgenen Privatgemächer, Garderoben und Kapellen mit Wandmalereien erschließt. In den Kapellen und Privatgemächern sind Fresken von unschätzbarem Wert erhalten geblieben, welche die innovative Arbeit der französischen und italienischen Schule dokumentieren. Auch wenn ein Aufstieg zum Dach des Palastes über die schmalen Wendeltreppen etwas mühsam erscheint, wird man dort mit herrlichen Ausblicken über die gesamte Umgebung und den Palast belohnt.

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Besuch am 21.03.2015