So macht Museum Spaß…

MUSE-TRENTO-TRENTINO (2)Seit Mitte 2013 ist die norditalienische Stadt Trento um eine Attraktion reicher. MUSE, das neue Museum der Wissenschaft, setzt sowohl mit seinem Äußeren als auch mit seiner Innenarchitektur neue Maßstäbe. Seine Form ist der Bergsilhouette der im Hintergrund sichtbaren Trentiner Berge nachgebildet und symbolisiert den Zusammenhang von Wissenschaft und Natur. Im Innern des Gebäudes schweift der Blick ungestört durch die offenen Räume, da die Tragelemente des Gebäudes fast unsichtbar in die Geschossebenen integriert wurden. Das fünfstöckige Gebäude mit einem Kellergeschoss und einem tropischen Gewächshaus wurde von dem bekannten Architekten Renzo Piano gestaltet. Auf höchstem Niveau werden hier dem Besucher Kultur, Geschichte und Wissenschaft zugänglich gemacht.

MUSE-TRENTO-TRENTINO (34)Das Museum wurde nach modernsten ökologischen Erkenntnissen gebaut und gemäß dem US-amerikanischen Nachhaltigkeitszertifikat LEED mit der Kategorie Gold bewertet. Natürliche Materialien und erneuerbare Energien sind wesentliche Faktoren der ganz auf Nachhaltigkeit fokussierten Philosophie des Projekts. Das MUSE bietet Begegnungen mit prähistorischen Gegebenheiten und eröffnet auch einen Blick in die Zukunft, stets mit einem Blick auf die Entwicklung unserer Umwelt. Im Innern des Gebäudes durchläuft der Besucher eine vertikal angeordnete Darstellung, welche die Veränderungen der alpinen Ökosysteme beschreibt – von den Gletschern hinunter bis zu den Tälern. MUSE-TRENTO-TRENTINO (17)Zudem gibt es eine horizontale Darstellung, welche das Publikum zum Reflektieren über globale und planetarische Themen anregt. Ob man sich inmitten von Dinosauriern wieder findet, mit der Hand einen Gletscher berührt oder den Geräuschen eines Waldes lauschen kann – das MUSE bietet eine neue Qualität der Begegnung mit wissenschaftlichen Themen. Eine Abteilung im Kellergeschoss der Galerie ist der Evolution des Lebens auf den Dolomiten, den Alpen und dem Rest der Welt gewidmet. Als darstellerisches Kriterium wird sozusagen die Schwerelosigkeit angewandt, welche die Tiere auf einem imaginären Berg platziert. Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet, ebenfalls schwebend, das Skelett eines Wals. In sehr anschaulicher Weise verwendet der Ausstellungsparcours die Metapher des Berges, um das Leben auf der Erde zu illustrieren.

MUSE-TRENTO-TRENTINO (10)Ganz zeitgemäß hat kann der Besucher das MUSE auch auf ganz besondere Weise kennen lernen – mit der neuen App Explora MUSE. Man kann umschrieben sagen: Ein Raum für scheinbar unendliches Wissen, der die physischen Barrieren der Ausstellungsräume durchbricht und den Besucher mit seinen Fragen in den Mittelpunkt stellt. Diese App steht dem Informationshungrigen hier zur Verfügung und stellt den Museumsaufenthalt auf ein völlig neues Niveau. Durch die interaktive Führung öffnet sich eine scheinbar mit unendlichem Wissen gefüllte Schatztruhe des Wissens: Mehr als 150 Videos,MUSE-TRENTO-TRENTINO (58) hunderte von Artefakten und Objekte werden auf neue, besondere Weise gezeigt, Interviews, vertiefende Inhalte, Fotogalerien mit 360° Bildmaterial werden dank 116 iBeacons, welche an verschiedenen Stellen im Museum und an den Ausstellungsstücken angebracht wurden, dem Publikum zugänglich gemacht. Allerdings muss man bemerken, dass diese App zunächst nur in italienischer Sprache verfügbar ist und an einer englisch-sprachigen Version gearbeitet wird. Derzeit stehen 80 iPads mini (7,9-Zoll Tablets) zum Ausleihen zur Verfügung.

MUSE-TRENTO-TRENTINO (62)Der Ausstellungsrundgang mit Explora kann im obersten Stockwerk beginnen und wie bei einem Bergpfad nach unten führen. Von den hohen Gipfeln und dem ewigen Eis in der vierten Etage geht es hinab in das Labyrinth der alpinen Artenvielfalt und dem Lebensraum der Tiere und Pflanzen der Alpen. Weiter über die Geologie der Dolomiten bis zu den ersten Jägern und Sammlern im Alpenraum, über die Geschichte der Erde und der Menschen vom Beginn des Universums bis zur Gegenwart und die Verbindung zwischen Mensch, Natur, Wissenschaft und Technologie. Der Weg führt weiter in das Tropenhaus, welches den Lebensraum eines Regenwaldes und die Verbindung zwischen dem MUSE und dem Forschungszentrum des Museums in Udzungwa-Bergen Tansanias darstellt. Besondere Aufmerksamkeit und somit reichlich Inhalte wurden der Ausstellung im ersten Untergeschoss gewidmet. Vom Ursprung des Sonnensystems, das Auftauchen und Aussterben der Dinosaurier, bis zur Verbreitung der Säugetiere und den Forschungen über DNA und Genetik erzählt und erklärt dieser Bereich auf interessante und spannende Weise die Geschichte des Lebens. Ein Museum der neuen Art…

Besuch am 17.04.2015

www.muse.it