Geschichte des Schreckens…

Seit 1991 ist das Historisch-Technische Museum Peenemünde in der Bunkerwarte und dem Areal des ehemaligen Kraftwerks in Peenemünde auf der Insel Usedom im Osten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern untergebracht. Es befasst sich an diesem historischen Ort mit der Geschichte der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Peenemünde und der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West des Dritten Reichs. Dieses Museum ist seit 2007 ein wichtiger Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur, einem europaweiten Netz von Industriedenkmälern.

Auf einem etwa 25 Quadratkilometer großen Gelände der Denkmallandschaft Peenemünde und auf 5.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird in Form von Dokumenten, Zeitungsausschnitten, Interviews, Originalteilen, Originalfotos und Dokumentationsfilmen veranschaulicht, welcher technische Standard die Entwicklung der ersten militärischen Großrakete bis zum Kriegseinsatz ermöglichte. Das imposante Kraftwerk der ehemaligen Peenemünder Versuchsanstalten ist heute das größte Industriedenkmal Mecklenburg-Vorpommerns und ist individuell begehbar. Die Dimension der Räumlichkeiten ist schlicht erdrückend und vermittelt einen anschaulichen Eindruck von den damaligen technischen Kapazitäten. An dem Ort, wo die entscheidenden Bauteile der todbringenden Raketen entwickelt und getestet wurden, finden heute friedliche und völkerverständigende Veranstaltungen statt. Die riesige Turbinenhalle ist auch Aufführungsort für Konzerte des inzwischen renommierten Usedomer Musikfestivals.

Ausführlich wird in der Ausstellung dem Besucher auch vermittelt, wie zwiespältig und von persönlicher Eitelkeit getrieben die Zusammenarbeit der Raketenbauer und deren technischer Leiter Wernher von Braun mit dem Hitler-Regime war. Ebenso wird die damalige Situation und die Arbeitsbedingungen der Zwangsarbeiter beleuchtet, die für die Umsetzung der Raketenpläne notwendig waren und es wird auch der KZ-Häftlinge gedacht, welche für die Montage der tödlichen Waffen missbraucht wurden. Sehr anschaulich wird hier vermittelt, welche Ausmaße die Versuchsanstalt während des Dritten Reichs hatte und unter welchen Sicherheitsbedingungen hier geforscht und getestet wurde. Bei aller Faszination für den damaligen Stand der Technik an diesem Ort überwiegt der Schrecken der Idee und deren Durchführung und gilt als Mahnung für alle nachfolgenden Generationen.

Besuch am 11.Oktober 2014

www.peenemuende.de